Pflegerentenversicherung – Höhe, Leistungen & Alternativen

Pflegerentenversicherung – Höhe, Leistungen & Alternativen

Niemand möchte zum Pflegefall werden. Im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist kein schöner Gedanke. Schon die jungen Beatles fragten sich, ob sie mit 64 Jahren noch gebraucht und unterstĂŒtzt wĂŒrden. Heutzutage ist ein gesundes und aktives Altern natĂŒrlich viel lĂ€nger möglich. Mit 64 Jahren haben viele Arbeitnehmer noch ganze drei Jahre ErwerbstĂ€tigkeit vor sich, bevor sie in den verdienten Ruhestand gehen können.

Pflegerentenversicherung

Aber auch die besseren Arbeitsbedingungen und das sehr hohe Niveau des Gesundheitsschutzes in Deutschland können nicht verhindern, dass es ein erhebliches Risiko gibt, im hohen Alter oder durch einen Unfall zum Pflegefall zu werden. Das ist nicht nur fĂŒr die betroffene Person, sondern fĂŒr die ganze Familie eine enorme psychische, emotionale und finanzielle Belastung.

Gerade die finanzielle Mehrbelastung durch den Pflegebedarf wird durch die gesetzliche Pflegeversicherung nur unzureichend aufgefangen, weshalb es in jedem Alter sinnvoll ist, sich auch ĂŒber den Abschluss einer privaten Pflegerentenversicherung Gedanken zu machen.

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Gesetzliche Pflegeversicherung

In die gesetzliche Pflegeversicherung zahlen alle pflichtversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer derzeit zwischen 1,525 und 1,7 Prozent ihres Bruttolohns ein. Die Arbeitgeber tragen ebenso einen gleich großen Anteil bei. Die gesetzliche Pflegeversicherung greift, sobald der Versicherungsnehmer in absehbarer Weise mindestens 6 Monate auf die Hilfe anderer angewiesen sein wird.

Ist ein solcher Fall gegeben, kann der oder die Betroffene einen Pflegegrad beantragen. In Deutschland haben derzeit etwa 4,57 Millionen Menschen einen Pflegegrad und beziehen Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung. Die Pflegeversicherung gewĂ€hrt je nach Grad der EinschrĂ€nkung unterschiedliche Hilfsmittel, die an die Einstufung in die fĂŒnf existierenden Pflegegrade gebunden sind.

pflegegrad in der pflegerentenversicherung

Du bist mit den Leistungen der gesetzlichen Gesundheitsversorgung unzufrieden? Dann findest Du hier passende Heilpraktiker-Versicherungen.

Einstufung des Pflegegrads

Die gesetzliche Pflegeversicherung stuft pflegebedĂŒrftige Menschen auf Antrag in einen von fĂŒnf Pflegegraden ein. Der Pflegegrad 1 steht fĂŒr eine geringe BeeintrĂ€chtigung der SelbststĂ€ndigkeit beziehungsweise der persönlichen FĂ€higkeiten. Es folgen erhebliche (Pflegegrad 2), schwere (3), schwerste (4) sowie schwerste BeeintrĂ€chtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (5).

Nicht wenige Betroffene berichten jedoch leider davon, dass ihnen nicht der nötige Grad gewÀhrt wurde und die gezahlten Leistungen nicht ausreichen, um den tatsÀchlichen Bedarf an Pflege zu decken. Insbesondere die hÀusliche Pflege durch Angehörige, aber auch die ambulante Pflege durch FachkrÀfte werden demnach mit zu geringen Leistungen bedacht.

Angehörige, die sich in der ambulanten Pflege ihrer Lieben engagieren, erhalten lediglich das relativ magere Pflegegeld, fĂŒr das niemand einen Beruf pausieren oder von einer Vollzeit- zu einer Halbtagsstelle wechseln kann, ohne erhebliche finanzielle Einbußen zu erleiden. Die Pflegesachleistungen, aus denen ein ambulanter Pflegedienst sowie Hilfen zur HaushaltsfĂŒhrung finanziert werden können, sind schon etwas realistischer bemessen, reichen aber hĂ€ufig trotzdem nicht aus, um die gebrauchte und gewĂŒnschte Hilfe ohne private Zuzahlungen erhalten zu können.

So mĂŒssen Betroffene oder ihre Angehörigen in der Regel selbst Geld zuschießen, um die benötigte Pflege zu finanzieren. FĂŒr die stationĂ€re Pflege in einem Heim geht der Verband der Ersatzkassen derzeit von einem Eigenanteil von 2.015 Euro aus, den die Betroffenen ĂŒber die gesetzlich gewĂ€hrten Hilfen hinaus zahlen mĂŒssen. Bei den Pflegegraden 2 und 3, die fĂŒr die hĂ€usliche Pflege besonders relevant sind, gehen SchĂ€tzungen der Zeitschrift Finanztest von 500 Euro (Pflegegrad 2) und 1100 Euro (Pflegegrad 3) aus, die die Betroffenen und ihre Angehörigen zusĂ€tzlich aufbringen mĂŒssen.

Der Abschluss einer privaten Pflegerentenversicherung oder von Pflegezusatzversicherungen kann helfen, diese VersorgungslĂŒcke zu schließen. In jedem Fall, sollte eine kostenlose Pflegeberatung, ĂŒber die die gesetzlichen Pflegekassen bei Antragsstellung informieren mĂŒssen, in Anspruch genommen werden. Diese Anlaufstellen können auch helfen, den richtigen beziehungsweise ĂŒberhaupt einen ambulanten Pflegedienst fĂŒr die Betroffenen zu finden.

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Private Pflegerentenversicherung

Angesichts dieser großen VersorgungslĂŒcke im Bereich der gesetzlichen Pflegekassen können private Pflegezusatzversicherungen fĂŒr viele Menschen und Situationen eine sinnvolle Absicherung darstellen. Eine Form dieser Zusatzversicherungen ist die Pflegerentenversicherung. Im Gegensatz zu anderen Formen der Pflegezusatzversicherungen spart man hierbei, Ă€hnlich wie bei der normalen Rentenversicherung, Kapital an, welches im Fall einer KĂŒndigung zumindest teilweise zurĂŒckgezahlt wird.

Bei der privaten Pflegerentenversicherung leistet man wĂ€hrend der gesamten Vertragslaufzeit BeitrĂ€ge und im Fall des Eintritts einer PflegebedĂŒrftigkeit bekommt man eine lebenslange Rente, deren Höhe abhĂ€ngig ist von den geleisteten BeitrĂ€gen und dem gewĂ€hrten Pflegegrad.

Die BeitrĂ€ge sind dabei auch abhĂ€ngig vom Alter und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Sie werden fĂŒr die gleiche Rentenhöhe immer höher, je Ă€lter oder krĂ€nker ein Versicherungsnehmer ist. Die private Pflegerentenversicherung lohnt sich daher besonders fĂŒr jĂŒngere und gesunde Menschen, die noch mit vergleichsweise niedrigen BeitrĂ€gen rechnen können.

Höhe der EinzahlungsbetrÀge

Die Höhe der EinzahlungsbetrĂ€ge kann frei bestimmt werden. Sie sollte so gewĂ€hlt werden, dass zumindest ein erheblicher Teil der oben angezeigten VersorgungslĂŒcke gedeckt wird. Man kann entweder dem Versicherer mitteilen, welche Rentenhöhe fĂŒr welchen Pflegegrad man anpeilt und der Versicherer errechnet daraus die Beitragshöhe. Oder man weiß bereits, welchen Beitrag man derzeit monatlich leisten kann und will. Dies teilt man der Versicherung mit, die daraufhin ein Leistungsangebot erarbeitet.

Die Höhe der EinzahlungsbetrĂ€ge kann in der Regel bei finanziellen EngpĂ€ssen reduziert werden. Allerdings verringern sich dementsprechend auch die ausgezahlten Versicherungsleistungen. Ein dynamisches, an die Inflation angepasstes Einzahlschema bietet sich außerdem an, wenn man sicherstellen will, auch nach der Geldentwertung noch ĂŒber einen ausreichend hohen Versicherungsschutz zu verfĂŒgen.

Höhe der Leistungen

Die Höhe der Leistungen wird zum Beginn des Vertrages vereinbart und hĂ€ngt von der Höhe der Einzahlungen sowie von der PflegebedĂŒrftigkeit ab. Dabei sind die privaten Versicherer nicht unbedingt an die Einteilung in die Pflegegrade, wie sie der medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen bestimmt, gebunden. Einige Versicherer verlangen eigene Gutachten oder verwenden ein eigenes System der Einteilung.

Manche VertrÀge sehen auch keine Zahlungen vor, wenn nicht mindestens der Pflegegrad 3 erreicht wird. Diese Konditionen sind alle Teil des Versicherungsvertrages und können angepasst werden. Sind die Konditionen eines bestimmten Anbieters nicht die richtigen, bleibt immer noch der Gang zur Konkurrenz.

Wenn sich die FinanzmÀrkte wÀhrend der Versicherungslaufzeit positiv entwickeln, fallen KapitalertrÀge an und die Höhe der gewÀhrten Rente kann sogar höher ausfallen als vereinbart.

Vorteile der Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung erlaubt es auch im Fall der PflegebedĂŒrftigkeit, nicht zu einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen Belastung fĂŒr die Angehörigen oder das Familieneinkommen zu werden. Die Unterversorgung durch die Pflegepflichtversicherung fĂŒhrt beispielsweise bei einer stationĂ€ren Unterbringung in einem Pflegeheim sehr schnell dazu, dass das gesamte private Vermögen des Betroffenen aufgebraucht wird.

Dem lĂ€sst sich vorbeugen, wenn man eine Pflegerentenversicherung in entsprechender Rentenhöhe abschließt. Derzeit wĂ€re diese bei etwa 2000 Euro fĂŒr die Unterbringung in einem durchschnittlich teuren Pflegeheim anzusetzen.

Ein weiterer Vorteil der Pflegerentenversicherung ist, dass die BeitrĂ€ge sehr stabil und vorhersehbar sind und im Fall eines finanziellen Engpasses auch reduziert oder ausgesetzt werden können. Außerdem handelt es sich bei den BeitrĂ€gen um angespartes Kapital, welches nicht nur KapitalertrĂ€ge abwerfen kann, sondern im Fall einer KĂŒndigung oder eines vorzeitigen Versterbens des Versicherungsnehmers zumindest teilweise ausgezahlt wird.

Nicht zu vernachlĂ€ssigen ist auch die Ungebundenheit der Rentenzahlungen. Mit ihrer Rente können die PflegebedĂŒrftigen machen, was sie wollen. Die zu leistenden BeitrĂ€ge sind zudem teilweise steuerlich absetzbar. Die ausgezahlten Renten wiederum werden in NettobetrĂ€gen angegeben und sind nicht erneut zu versteuern und im Gegensatz zu anderen Formen der Pflegezusatzversicherungen enden die Beitragszahlungen in der Regel mit dem Eintritt der PflegebedĂŒrftigkeit.

Pflegeversicherung und Familie

Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, betrifft das die ganze Familie. In einigen tragischen FĂ€llen ist es sogar das Kind, welches zum Pflegefall wird. Der Alltag wird durcheinandergewirbelt und ein geliebter Mensch braucht jetzt die UnterstĂŒtzung seiner Angehörigen. Auf alle Mitglieder der Familie kommen neue Aufgaben und Belastungen zu.

Nicht zuletzt muss gemeinsam entschieden werden, ob die Pflege ambulant zu Hause stattfinden kann, oder ob der Betroffene in einem Pflegeheim untergebracht werden muss. Die finanziellen Belastungen steigen ebenfalls fĂŒr den gesamten Haushalt.

Versicherung fĂŒr Kinder

Leider sind auch Kinder nicht davor gefeit, pflegebedĂŒrftig zu werden. Sie sind zwar ebenfalls pflichtversichert, aber wie schon bei den Pflegeleistungen fĂŒr Erwachsene klafft zwischen dem realen Bedarf und den fĂŒr den jeweiligen Pflegegrad gewĂ€hrten Mitteln eine erhebliche LĂŒcke.

Es lohnt sich daher, auch Kinder zusĂ€tzlich privat zum Beispiel mit einer Pflegerentenversicherung oder einer anderen Pflegezusatzversicherung abzusichern. Die BeitrĂ€ge fĂŒr Kinder sind in der Regel sehr niedrig und bei einer bestehenden Pflegezusatzversicherung der Eltern können sie unter UmstĂ€nden ohne GesundheitsprĂŒfung beim gleichen Anbieter mitversichert werden.

Vertragliche Bedingungen

Neben der SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass die monatliche Pflegerente bei Eintreten der PflegebedĂŒrftigkeit hoch genug sein muss, um die VersorgungslĂŒcke durch die gesetzliche Versicherung ausreichend zu schließen, gibt es noch einige weitere Punkte zu beachten. So sollte die Pflegezusatzversicherung:

  • unabhĂ€ngig von der Art der Pflege (hĂ€uslich oder stationĂ€r) und auch schon ab Pflegegrad 2 zahlen.
  • fĂŒr die Pflege durch einen Laien (in der Regel ein Angehöriger) genauso viel zahlen wie fĂŒr die Pflege durch eine professionelle Pflegekraft.
  • sich am gesetzlichen System der Feststellung der PflegebedĂŒrftigkeit orientieren.
  • keine oder nur eine sehr kurze Wartezeit vorschreiben, wĂ€hrend der noch keine Leistungen erbracht werden.
  • keine BeitrĂ€ge mehr einziehen, sobald der Pflegefall eingetreten ist.
  • eine dynamische Inflationsanpassung anbieten.
  • die Pausierung von Beitragszahlungen anbieten.

 

FĂŒr den Versicherungsnehmer gilt es insbesondere, bei der GesundheitsprĂŒfung vollstĂ€ndig und wahrheitsgemĂ€ĂŸ Auskunft zu geben, denn fehlende oder falsche Angaben begrĂŒnden ein einseitiges außerordentliches KĂŒndigungsrecht fĂŒr den Versicherer.

Alternative Pflegezusatzversicherungen

Wem die Pflegerentenversicherung zu teuer ist, der kann sich auch die Alternativen noch einmal genauer ansehen. Wir stellen zwei weitere Formen der Pflegezusatzversicherungen kurz vor.

Pflegetagegeld

Das Pflegetagegeld funktioniert Ă€hnlich wie die Pflegerentenversicherung. Man leistet BeitrĂ€ge und im Fall einer eintretenden PflegebedĂŒrftigkeit erhĂ€lt man Leistungen entsprechend der eingezahlten BetrĂ€ge. Auch beim Pflegetagegeld wird zunĂ€chst die Gesundheit ĂŒberprĂŒft und abhĂ€ngig vom Ausgang dieser PrĂŒfung sowie vom Alter des Versicherungsnehmers errechnen sich die BeitrĂ€ge fĂŒr die gewĂŒnschte Leistung.

Bei einem gleichen Leistungsniveau können die BeitrĂ€ge fĂŒr eine Pflegetagegeldversicherung allerdings zwei bis dreimal gĂŒnstiger ausfallen als bei einer entsprechenden Pflegerentenversicherung. DafĂŒr entfallen aber auch alle Vorteile der Kapitalansparung. Wie bei der Pflegerentenversicherung sind die Leistungen der Pflegetagegeldversicherung nicht zweckgebunden.

Pflegekosten-Versicherung

Die Leistungen der Pflegekosten-Versicherung sind an den Zweck und die tatsĂ€chlich anfallenden Kosten der Pflege gebunden. Von den nachgewiesenen Kosten ĂŒbernimmt die Versicherung einen bestimmten Anteil. Diese Art der Pflegezusatzversicherung ist die kostengĂŒnstigste, hat aber auch nicht die Vorteile der anderen. So kann insbesondere die Pflege durch Angehörige hier keine Beachtung finden, da sie nicht mit belegbaren Kosten verbunden ist.

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