Feuerversicherung

Feuerversicherung

Ein Feuer im eigenen Wohngebäude kann fatale Folgen nach sich ziehen. Innerhalb kürzester Zeit fressen sich die Flammen durch die Besitztümer und zerstören alles Hab und Gut. Schäden durch Feuer betreffen nicht nur den Hausrat, sondern ebenfalls fest installierte Einrichtungsgegenstände und das Gebäude an sich. Ein entsprechender Versicherungsschutz kann den Betroffenen helfen, die anfallenden Kosten zu decken.

 

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https://pixabay.com/de/photos/feuermelder-feuer-notfall-2117977/ (25.11.2021)

 

 

Was ist eine Feuerversicherung?

Die Feuerversicherung ist eine Absicherung für Immobilien- und Eigenheimbesitzer gegen Schäden durch Feuer, Brand, Blitzschlag und Explosion. Gewerbetreibende und Privatpersonen können sich somit vor hohen Kosten bewahren, die durch Feuerschäden entstehen. In Abhängigkeit von der Versicherungssumme und dem damit verbundenen Tarif übernimmt die Feuerversicherung Aufräum- und Sanierungsarbeiten, kümmert sich um Reparaturen und sorgt für Ersatz.

Für wen macht die Feuerversicherung Sinn?

Eine Feuerversicherung ist hauptsächlich für Immobilienbesitzer interessant. Denn ein Gebäude – egal ob Wohnhaus oder Gewerbeimmobilie – stellt einen äußerst hohen Sachwert dar. Dieser variiert in Abhängigkeit von Größe und Baujahr, beträgt aber in der Regel mehrere Zehntausend Euro. Wütet nun ein Feuer im Inneren des Gebäudes, nehmen das Inventar und die Konstruktion Schaden. In manchen Fällen brennt die Immobilie sogar bis auf die Grundmauern nieder.

Während Gewerbetreibende beim Ausbruch eines Brandes zu einer Betriebsunterbrechung gezwungen werden, können Privatpersonen ihr Zuhause verlieren. Feuerversicherungen stellen deswegen sicher, dass die Eigentümer durch die drohenden Kosten nicht in die Insolvenz getrieben werden und leiten Reparaturen oder den Wiederaufbau postwendend in die Wege.

Als Mieter muss man sich keine Gedanken über eine Feuerversicherung machen. Die Wahl der Versicherung obliegt dem Hauseigentümer, wodurch die Mieter von dieser Pflicht befreit werden. Im Gegensatz dazu kann sich der Versicherungsschutz für Eigentümer bereits in der Bauphase lohnen. Ein Brand kann ebenfalls im Rohbau ausbrechen und das eigene Projekt innerhalb weniger Minuten zunichtemachen.

Feuerversicherung als Teil der Wohngebäudeversicherung

Als Hauseigentümer möchte man sich vor jeglichen Risiken schützen. Aus diesem Grund rentiert sich eine Wohngebäudeversicherung. Sie greift den Betroffenen bei Sturm- und Hagelschäden unter die Arme und springt bei einem Rohrbruch ein. Doch auch die Brandversicherung ist in diesem Versicherungsschutz mit inbegriffen.

Eine Wohngebäude- und Feuerversicherung konzentriert sich allerdings ausschließlich auf Dachziegel, Mauerwerk und fest verbaute Bestandteile der Immobilie. Dazu zählen beispielsweise Türen und Fenster. Wird das Inventar allerdings Opfer von Schäden, greift der Schutz nicht. Aus diesem Grund rentiert sich die Kombination Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung.

Als Versicherungsnehmer der Hausratversicherung profitiert man von einer Absicherung der beweglichen Gegenstände: Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Möbel und Kleidungsstücke werden repariert oder ersetzt. Selbst Wertpapiere und Schmuck können bis zu einer bestimmten Summe in den Versicherungsschutz integriert werden. Bei Brandschäden am Gebäude kümmert sich der gewählte Anbieter zudem um die Transport- und Lagerkosten.

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Die Feuerversicherung ist keine Pflichtversicherung

In Deutschland ist eine Feuerversicherung keine Pflicht. Hauseigentümer müssen selbst abwägen, ob sich die Investition für sie lohnt. Wird für die Finanzierung des Hausbaus oder -kaufs allerdings auf ein Darlehen zurückgegriffen, kann der Kredit an eine Wohngebäudeversicherung geknüpft sein. Ist dies nicht der Fall, soll dennoch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass ein solcher Versicherungsschutz sehr lohnenswert ist.

Während ein Gegenstand ohne weitere Probleme ersetzt werden kann, ist eine Immobilie mit hohen Ausgaben verbunden. Der Großteil der Immobilienbesitzer musste auf die Hilfe eines Kredits zurückgreifen, um sich ein Haus leisten zu können. Ein Brand im Gebäude bringt die Eigentümer in große finanzielle Schwierigkeiten und kann sogar die eigene Existenz bedrohen.

Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass mit einer Immobilie Erinnerungen verbunden sind. Denn abgesehen von  der Zerstörung der eigenen Besitztümer lastet auch der Verlust des bisherigen Lebens auf den eigenen Schultern. Insbesondere Privatpersonen leiden nach dem Ausbruch eines Feuers oftmals unter psychischen Problemen und müssen die Geschehnisse Schritt für Schritt verarbeiten.

Darum ist einer Feuerversicherung wichtig

In der Regel wird eine Immobilie mit einem Kredit finanziert. Die Laufzeit des Darlehens beträgt oftmals mehrere Jahrzehnte und umfangreiche Ausgaben können sich nur die wenigsten Hausbesitzer zusätzlich in dieser Zeit leisten. Kommt es zu einer Explosion, einem Blitzschlag oder einem Feuer, wodurch erhebliche Schäden entstehen, sieht es für viele Menschen kritisch aus. Die eigenen Rücklagen können die Kosten nicht vollständig decken. Dank der Feuerversicherung kommen die Hauseigentümer jedoch überhaupt nicht in diese Notlage. Die Versicherung übernimmt die Zahlungen und sorgt dafür, dass die Privatinsolvenz abgewendet wird.

[Infobox „Hinweis“ einfügen]: Wird ein Gebäude für gewerbliche Zwecke genutzt, laufen Feuerschäden über die Gewerbeversicherung. Die Gewerbetreibenden müssen sich an strenge Brandschutzbestimmungen halten und beispielsweise Sprinkleranlagen und zentrale Alarmsysteme einrichten. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, eine separate Feuerversicherung abzuschließen.

Das sind die häufigsten Brandursachen

Im Jahr 2020 konnten folgende Auslöser als Brandursache ermittelt werden:

  • 31 Prozent: Elektrizität, zum Beispiel Kabelbrände von Elektrogeräten
  • 20 Prozent: menschliches Fehlverhalten – Rauchen, Umstoßen von Kerzen, etc.
  • 19 Prozent: unbekannte Auslöser
  • 12 Prozent: Brandstiftung
  • 8 Prozent: Überhitzung
  • 4 Prozent: Arbeiten mit Feuergefahr
  • 2 Prozent: Explosion
  • 2 Prozent: Offenes Feuer, zum Beispiel am Kamin
  • 2 Prozent: Selbstentzündung

Brandschäden der vergangenen Jahre

Wohngebäudeversicherer bearbeiten im Jahr unzählige Fälle von Feuerschäden. In den letzten sieben Jahren konnten im Durchschnitt rund 200.000 Schäden pro Jahr verzeichnet werden. Die Schadenregulierung belief sich in den einzelnen Erhebungszeiträumen auf ca. 1.000.000.000 Euro, mit leichten Abweichungen:

  • 2014: 210.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 880.000.000 Euro.
  • 2015: 230.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 980.000.000 Euro.
  • 2016: 210.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 1.010.000.000 Euro.
  • 2017:200.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 1.040.000.000 Euro.
  • 2018: 200.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 1.160.000.000 Euro.
  • 2019: 180.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 1.170.000.000 Euro.
  • 2020: 170.000 Schäden mit einer Schadenregulierung von 1.250.000.000 Euro.

Leistungen der Feuerversicherung

Bei der Feuerversicherung ist der Name Gesetz: Die Versicherer springen ein, wenn Schäden durch Brand, Blitzschlag, Im- und Explosion und Brandstiftung an der versicherten Immobilie entstehen.

Brand

Als Orientierungspunkt für die Leistungen der Feuerversicherung  gilt die Mustervorlage der Wohngebäudeversicherungen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft – kurz GDV. Diese definiert den Brand als ein Feuer, welches über einen nicht bestimmbaren Herd verfügt und in der Lage ist, sich aus eigener Kraft auszubreiten. Als Quelle des Feuers werden Öfen, Gasherde, Kamine oder Holzkohlegrills anerkannt.

So kommt es immer wieder vor, dass ein Funke aus dem Herd – beispielsweise dem Ofen – austritt und ein Feuer entfacht. Die Kosten, die infolge dieses Unglücks entstehen, werden von den Versicherungen übernommen. Ausgeschlossen von den Reparatur- und Wiederbeschaffungsleistungen ist der Brandherd.

Blitzschlag

Noch vor einigen Jahren wies der Versicherungsschutz in Bezug auf Blitzschläge deutliche Einschränkungen auf. Die Versicherung half nur aus, wenn ein Brand infolge eines einschlagenden Blitzes entstand. Mittlerweile haben sich die Bedingungen allerdings verbessert. Nun können Versicherungsnehmer ebenfalls zerstörte Antennen oder Folgeschäden abrechnen. Stürzt beispielsweise ein Baum nach einem Blitzschlag auf ein Gebäudedach oder schlägt ein Fenster ein, wird die Rechnung übernommen. In der Feuerversicherung sind nun auch Überspannungsschäden und Kurzschlüsse an elektrischen Einrichtungen integriert.

Im- und Explosion

Bei einer Explosion tritt Gas mit großer Intensität und Geschwindigkeit aus. Dieser Energiestoß kann Brände verursachen und auch für weitere schwere Schäden verantwortlich sein. Denn durch die starke Druckwelle werden häufig bewegliche Teile aus ihrer Verankerung gerissen, die das Inventar und die Grundmauern in Mitleidenschaft ziehen. Die Versicherung kümmert sich um allerlei Schäden, die durch Explosion und Implosion – das Gegenstück zur Explosion – entstanden sind.

Zusatzleistungen der Feuerversicherung

Auch von folgenden Leistungen kann der Versicherungsnehmer der Feuerversicherung je nach Anbieter profitieren:

  • Nutzfeuer: Wie vorhin beschrieben, sind die Brandherde von der Kostenübernahme ausgeschlossen. Mit dieser Zusatzleistung werden die Reparaturen oder der Ersatz der Brandursache ebenfalls übernommen. Das heißt, dass bei einem Feuer am Gasherd nicht nur die Küchenmöbel und Haushaltsgeräte ausgetauscht werden, sondern auch ein neuer Herd inbegriffen ist.
  • Sengschäden: Als Sengschäden bezeichnet man Schäden, die durch Hitzeeinwirkung entstanden sind. Brennt Glut Löcher in den Teppich, kann eine weitere Klausel im Versicherungsvertrag dafür sorgen, dass die Feuerversicherung auch in diesem Fall zur Kasse gebeten wird.
  • Flugkörper: Heutzutage steigt die Wahrscheinlichkeit immer weiter an, dass Flugkörper für Brände oder Folgeschäden verantwortlich sind. Drohnen, Modellflugzeuge oder Bauteile eines Heißluftballons können Immobilien schwer beschädigen. Es kann sich anbieten, einen solchen Schutz in die Police miteinzubeziehen.
  • Feuerrohbauversicherung: Durch die Integration einer Feuerrohbauversicherung wird die Immobilie bereits in der Bauphase geschützt. Eine Wohngebäudeversicherung greift nämlich erst, wenn das Gebäude schlüsselfertig ist. Diese spezielle Versicherung ist bis zu einem halben Jahr nach Fertigstellung der Bauarbeiten gültig.

Was wird von der Feuerversicherung geschützt?

Die Feuerversicherung wird zur Wohngebäudeversicherung gezählt. Es werden Brandschäden übernommen, die am versicherten Gebäude auftreten. Dazu zählen ebenfalls Nebengebäude, die sich auf dem betreffenden Grundstück befinden. Es werden auch fest verbaute Gebäudebestandteile umfasst, aber auch außen befestigte Gegenstände – wie zum Beispiel die Antenne.

Was ist eine Feuer-Rohbauversicherung?

Oftmals wird unterschätzt, dass bereits in der Bauphase Brände ausbrechen können. Ein Feuer in dieser Phase kann die Bauarbeiten enorm gefährden und dafür sorgen, dass die Arbeit von vorne begonnen werden muss. Die entstehenden Kosten können je nach Fortschritt mehrere Zehntausend Euro betragen und die Hausbesitzer in die Privatinsolvenz treiben. Schließlich greifen Wohngebäude- und Hausratversicherung erst, wenn das Haus bewohnbar ist. Aus diesem Grund wird den Eigentümern wärmstens empfohlen, bereits in der Bauphase eine Feuerrohbauversicherung abzuschließen, die diesen Zeitraum abdeckt.

Wofür zahlt die Feuerversicherung?

Im Vertrag inbegriffen ist:

  • Schäden durch Feuer, Brand, Blitzschlag und Explosion
  • Schäden an Nebengebäuden, zum Beispiel Garage, Carport, Gartenhaus, Geräteschuppen
  • Schäden an der Bausubstanz
  • Schäden an Gebäudebestandteilen wie Einbauküchen, Parkettboden, Heizungsanlagen
  • Folgeschäden durch Rauch, Löschwasser und Ruß
  • Brandstiftung
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Wann zahlt die Versicherung nicht?

Ausgeschlossen von der Kostenübernahme sind:

  • Schäden durch Krieg
  • beabsichtigte Brandstiftung des Eigentümers
  • Schäden durch grobe Fahrlässigkeit
  • Schäden am Hausrat
  • Besitztümer, die sich nicht auf dem Versicherungsgrundstück befinden

Worauf muss man noch bei der Feuerversicherung achten?

Bei der Wahl der passenden Versicherung bietet es sich an, verschiedene Leistungspakete und Versicherungsgesellschaften zu vergleichen. Die Angebote unterscheiden sich teilweise stark. Wichtig ist, dass man sich vor Augen führt, dass die Feuerversicherung Teil eines Gesamtpakets ist. Für Privatpersonen ist sie mit der Wohngebäudeversicherung verbunden, wodurch etwas höhere Beiträge entstehen.

Verpflichtungen des Versicherten

Die Versicherungsunterlagen enthalten normalerweise Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen, die vom Versicherungsnehmer berücksichtigt werden sollten. Sie dienen der Prävention und vermeiden spätere Probleme der Kostenübernahme:

  • Installation von Rauchmeldern
  • Vorhandensein von Feuerlöschern

Die Meldung des Schadens muss unverzüglich geschehen. Es sollten Fotos und Videos beigefügt werden, damit das Ausmaß der Brandschäden ermittelt werden kann.

Unterversicherung vermeiden

Bei der Wahl des passenden Versicherungspakets ist auf den Umfang der Feuerversicherung zu achten. Es kann nämlich sein, dass die Leistungen so begrenzt sind, dass eine Unterversicherung auftritt. Dieser Begriff bezeichnet die Tatsache, dass der Wert des Gebäudes durch Umbaumaßnahmen steigt, ohne dass die Versicherungssumme angeglichen wird. Dies sollte unter allen Umständen vermieden werden. Achten Sie auf eine entsprechende Klausel im Vertrag!

Wie teuer ist eine Feuerversicherung?

Privatpersonen müssen in der Regel keine separate Feuerversicherung abschließen. Der Schutz ist eine Teilleistung der Hauptversicherung – also der Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Die Beiträge werden in Zusammenhang mit dem Wert, Standort und der Ausstattung der Immobilie berechnet. Auch die Tarife der einzelnen Versicherer variieren. So gibt es Jahresbeträge im niedrigen, mittleren und dreistelligen Preissegment. Die Entscheidung der passenden Versicherung sollte in Hinblick auf das eigene Eigentum und das damit verbundene Risiko getroffen werden. Es gilt jedoch: Lieber mehr als weniger!

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